Ein Traum

Es war am Donnerstagabend vor den Pfingstferien: In der voll besetzten Aula hatte das riesige Schulorchester mit etwa 90 Spielerinnen und Spielern Platz genommen. Nach der Begrüßung geht es los mit dem Violinkonzert „Der Sommer“ von Vivaldi. Milena Wüsthof (12. Klasse) bewältigt den Solopart sicher und mit kraftvollem Ton. Frau Kawase (Cembalo), Sarah Lohse (12. Klasse) und Frau Dr. Lewerenz sind das sattelfeste Continuo bei den Solopartien. Im nachfolgenden Cellokonzert von Camille Saint-Saëns zeigt Sarah Lohse ihr exzellentes Können.Ein großes Lob gebührt auch dem Orchester, das für diese Konzerte noch nicht in voller Größe in Aktion war. Jetzt aber geht es in voller Besetzung weiter mit den ersten beiden Sätzen der Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvořák in einer Bearbeitung für Laienorchester. Diese herrlichen Klänge muss man einfach lieben (im Musikunterricht war das Werk in der 9. Klasse unverzichtbar), und das Schulorchester mit erstmals drei Kontrabässen wächst über sich hinaus. Wuchtige Klänge wechseln mit zarten. Das Arbeiten an den Polaritäten Forte-Piano hat sich gelohnt!
Filmmusik ist aus den Schulkonzerten nicht mehr wegzudenken. Der Titelsong aus dem James Bond-Film „Skyfall“ (gesungen von Adele) ist das nächste Highlight mit der großartigen Solistin Sophia von Wedel (13. Klasse, sonst 1. Violine).
Was kommt zum Schluss? Das muss ein Stück sein, das das Publikum in Hochstimmung versetzt! Es ist der Cancan aus Jacques Offenbachs Oper „Orpheus in der Unterwelt“. Das Orchester spielt mit Vergnügen, Leidenschaft und flottem Tempo. Das Publikum kommt in Stimmung, klatscht heftig Beifall, also müssen wir es wiederholen. Die Zuhörerschaft gerät außer Rand und Band, alle erheben sich, viele springen auf die Bänke, klatschen im Takt, tanzen und singen mit.
Der Lärmpegel steigt und steigt, so sehr, dass ich erwache und erkenne:
Es war ein Corona-Traum.

Michael Starke